Bewegte Geschichte - 175 Jahre Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern

Bewegte Geschichte - 175 Jahre Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern

Seit die heutige Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern im Jahr 1840 ihre Tore geöffnet hat, ist sie als «Bächtelen» ein Begriff in der Schweizer Heimlandschaft. Die zum 175-Jahr-Jubiläum verfasste Schrift setzt sich mit dem Leben in der Institution von den Anfängen im Jahr 1840 bis heute auseinander. Hunderte von Kindern und Jugendlichen verbrachten im Laufe dieser Jahre einen Abschnitt ihres Lebens in der Bächtelen. Wir folgen ihren Spuren, die sie in den Akten der Institution hinterlassen haben. Sichtbar werden dabei die Konturen der Biografien dieser Kinder und Jugendlichen vor, während und nach ihrer Zeit in der Bächtelen. Auch die erzieherische Praxis der Institution und die dortigen Lebensverhältnisse, die besonders noch im 19. Jahrhundert von Mangel in jeder Hinsicht und harter Arbeit bestimmt waren, werden deutlich erkennbar. Gegründet wurde die Bächtelen von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft als Rettungsanstalt für arme, sogenannt sittlich verwahrloste Kinder. Diese sollten mit einer strengen religiösen Erziehung pietistischer bzw. erweckter Prägung zu guten Christen erzogen werden. Fast hundert Jahre später, Mitte der 1930er-Jahre, erfand sich die Institution neu und kümmerte sich fortan vorwiegend um schulentlassene männliche Jugendliche, die als Lernschwache und «Geistesschwache» galten. Die Religion, die das Anstaltsleben einst so geprägt hatte, verlor an Bedeutung. Die Arbeit hingegen blieb weiterhin ein das Heimleben beherrschendes Merkmal. Die Einführung der Invalidenversicherung Anfang der 1960er-Jahre war ein richtungsweisendes Moment für die Bächtelen; sie konzentrierte sich von nun an auf die neue IV-Klientel, auf zunächst als «geistig unter der Norm veranlagt» und später als «lernbehindert» bezeichnete Jugendliche. Einen Markstein in der Entwicklung der Bächtelen und ihrer Pädagogik stellten der Mitte der 1990er-Jahre erfolgte Übergang zum Wohngruppensystem und die Aufwertung des Sozialen dar. Heute ist die Stiftung Bächtelen eine moderne Institution. Ihr Angebot richtet sich an junge Frauen und Männer mit besonderem Förderbedarf, die zu einem selbstständigen, aktiven Leben in der Gesellschaft angeleitet und in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen.

Bibliographische Angaben

Brodbeck, Thomas; Moser, Katharina (mit einem Beitr. v. Andrea Schüpbach):
Bewegte Geschichte. 175 Jahre Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern (1840–2015), Bern 2015.
189 S., Ill., geb., CHF 49
ISBN 978-3-905656-01-5
Erhältlich bei:
Stiftung Bächtelen
Grünaustrasse 53
3084 Wabern
031 963 66 66
info@baechtelen.ch, www.baechtelen.ch

Dateien

Beteiligte Personen

Bewegte Geschichte - 175 Jahre Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern {image_desc}

Thomas Brodbeck

Projektleiter und Autor
Katharina Moser, Autorin
Bewegte Geschichte - 175 Jahre Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern {image_desc}

Andrea Schüpbach

Autorin eines Beitrags
Bewegte Geschichte - 175 Jahre Stiftung Bächtelen in Wabern bei Bern {image_desc}

Laurent Sester

Bildredaktion

Übersicht Projekte Publikationen